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Spaziergang nach Syrakus im Jahre 1802
Buchdaten
| Reiseziele: | Italien |
| Kategorie: | Roman |
| Autor: | Johann Gottfried Seume |
| Verlag: | Insel, Frankfurt |
| Seiten: | 455 |
| Auflage: | 4., Auflage, Februar 2004 |
| Aufmachung: | Taschenbuch |
| ISBN: | 3458344802 |
| Preis: | 14.00 Euro |
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Rezensionen zu diesem Buch
Rezension von Ela vom 05.08.2001
Der Titel ist Programm. Der Autor, Johann Gottfried Seume, sagt in dem Buch, er wolle spazierengehen, er wolle seinen Kopf auslüften. Er befindet sich nicht auf einer Pilgerreise o.ä., er macht die Reise ausschließlich für sich selbst.
Der Weg führt ihn von Leipzig über Prag und Wien nach Italien. Über Triest, Bologna, Ancona, Rom, Neapel erreicht er Sizilien. Er erkundet Sizilien und erreicht wiederum über Neapel und Rom Mailand, von dort führt ihn der Weg über Zürich, Paris und Frankfurt wieder nach Leipzig.
Der Text ist abgefaßt im Ton eines Briefes an einen Freund, sehr vertraut. Oft werden keine Erklärungen zu Dingen gegeben mit dem Hinweis, daß der Empfänger ja darüber bereits Bescheid wisse.
Unterwegs besucht er Freunde oder Personen, für die er Empfehlungsschreiben hat. Häufig besucht er Theatervorstellungen, über die er sich ausführlich ausläßt. Mit diesen Ausführungen kann der heutige Leser i.d.R. nichts anfangen, da oft nicht einmal mehr die Theaterstücke bekannt sind, geschweige denn die Schauspieler. Während seiner Wanderung nimmt er auch des öfteren Bezug auf klassische Autoren, immer in dem Wissen, daß sein Leser ein entsprechendes Bildungsniveau hat. Oft streut er auch Gedichte oder Textzeilen ein, von denen dem heutigen Leser nicht ganz klar ist, ob sie von ihm selbst stammen bzw. wenn nicht, woher.
Wer ausführliche Naturbeschreibungen oder, speziell in Rom, ausführliche Beschreibungen der Bauten erwartet, wird enttäuscht werden. Seume beschreibt, was er sieht und erlebt. Es ist für ihn keine klassische Bildungsreise nach Italien, wie sie in der Zeit für die Söhne des Adels oder Bürgertums erstrebenswert war. Es handelt sich um einen Reisebericht und, wer sich auf die Sprache und die Dinge einläßt, die der heutige Leser nicht mehr versteht, wird eine interessante Reise nachvollziehen.


