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Insel Rügen, das Besondere

Von strolchi

Es gibt außer Sellin, Binz, Baabe, Göhren, Kap Arcona, Vitt, Juliusruh, Lohme, Hiddensee etc. viele andere attraktive und sehenswerte Orte auf Rügen. Eine Insel, geprägt von Feuersteinen und Hühnergöttern, von Strandgut und Bernsteinen, vom Reiz der Seebäderarchitektur, das Rügen von Caspar David Friedrichs, den Kreidefelsen und einer Vergangenheit mit "Kraft durch Freude", Urlaub und Volksbildung im 3. Reich.

Es macht Spaß, an den vielen schönen und langen Stränden und zerklüfteten Uferregionen zu wandeln und je nach Jahreszeit und Ort nach Bernsteinen zu suchen. Entstanden vor 40-50 Mio. Jahren aus dem Harz von Nadelbäumen. Noch älter sind die Feuersteine, die aus Kieselsäureablagerungen entstanden und eine glänzend schwarze Masse bilden. Aneinander geschlagen sprühen sie Funken, daher der Name. Das Material ist nicht besonders hart, sodass schnell Löcher ausgewaschen oder durch andere Steine Löcher im Laufe vieler Jahre ausgeschlagen werden können. Solche Steine mit durchgehendem Loch werden Hühnergötter genannt (ins Nest der Hühner gelegt, fördern sie Gesundheit und Legefreudigkeit der Hühner, sagt man).

Ein "Original" auf Rügen: Der rasende Roland. Eine Schmalspureisenbahn, die 1895 zum ersten Mal von Putbus nach Binz gefahren ist. Genau so wie heute. Für Groß und Klein ein Erlebnis.

Am Nordoststrand bei Sassnitz sind die Kreidefelsen, die Wissower Klinken, der Königsstuhl. Sie mit einem kleinen Fischerboot von Sassnitz aus bis hoch nach Stubbenkammer zu besuchen, sollte eine Pflichtübung sein. Hier hat der Maler Caspar David Friedrichs 1818 wohl sein berühmtestes Bild "Kreidefelsen auf Rügen" gemalt. Es soll die Wissower Klinken darstellen und mit viel Phantasie und mit Vergleichen der Natur heute und seinem Bild kann man das sich gut vorstellen.

In Prora, nördlich von Binz gelegen, holt einem die Vergangenheit des 3. Reiches anschauungsvoll wieder ein. Nationalsozialistische Idee der Massenerholung. Hier waren 10.000 Betten, spartanisch eingerichtet und klein, für 20.000 Arbeiter geplant. Über mehrere Kilometer ziehen sich die Betonbauten der KDF-Anlage an der Bucht von Prora entlang. Nach dem Krieg versuchte die Rote Armee diese Bauten in die Luft zu jagen, vergeblich. Sie scheiterten am soliden Stahlbeton. So sind sie innen ausgebaut, von der Nationalen Volksarmee der DDR als Kaserne genutzt worden. Das heute im Block 3 über 4 Etagen bestehende Museum gibt Einblicke in den Alltag der NVA. Diese Anlage muss man schon aufgrund der Dimensionen gesehen haben.

Geschrieben 13.04.2008, Geändert 15.04.2008, 187 x gelesen.

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