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Färändschi und Habäscha

Von awo

Oftmals erschallt der Ruf (meistens von Kindern) "Färändschi!", wenn sie einen Ausländer / eine Ausländerin erblicken. Das mag sich burschikos, vielleicht sogar verächtlich anhören, ist es aber nicht. Es ist überhaupt nicht unfreundlich gemeint und soll einfach nur "Hallo fremder Besucher!" ausdrücken. Man antwortet am besten, indem man mit einem Lächeln "Habäscha!" sagt, was "Äthiopier!" bedeutet, und dabei freundlich winkt. Diese Reaktion überrascht die Äthiopier, die dies belustigt aufnehmen werden.

Äthiopier sind im allgemeinen Europäern gegenüber aufgeschlossen und gastfreundlich. Sie sind überhaupt nicht devot, im Gegenteil, eher stolz, was mit der Geschichte des Landes zu tun hat, das schon früh eine Hochkultur aufweisen konnte und sich auch danach erfolgreich gegen Kolonialisierung wehren konnte. Unfreundlichkeit und Feindseligkeit sind bei den heutigen Äthiopiern eine sehr seltene Ausnahme. Tritt es auf, sollte man es einfach ignorieren.

Ursprung des Wortes Färändschi:

Dieses Wort geht zurück auf das späte Mittelalter, als die ersten Portugiesen und Spanier ins Land kamen. Manche von ihnen bezeichneten sich selbst als Franken, da sie wie viele andere Kreuzritter ursprünglich aus dem Reich der Frankenkönige stammten. Daraus wurde in Äthiopien das Wort Färändschi. Es bedeutet "Ausländer" oder auch "Weisser".

Erläuterung des Wortes Habäscha:

Das Wort Habäscha bezeichnet genau genommen die semitische Sprachen sprechenden Einwohner von Äthiopien und Eritrea und lässt sich bis in die Zeit von Aksum nachweisen (ca. 200 n. Chr.). Es gelangte über die griechische Sprache in weitere europäische Sprachen (deutsch: Abessinier).

Geschrieben 03.04.2010, Geändert 06.04.2010, 842 x gelesen.

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