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Lebe Deinen Traum

Von Arion

Die Panagia Tinou lief mit 90-minütiger Verspätung gegen 22 Uhr im Hafen Agios Nikolaos ein. Es war eine grandiose Fahrt bei aalglatter See, die mich von Naxos über Folegandros, Sikinos, Ios, Thirassia, Santorini zu meinem Ziel im äußersten Südosten der Kykladen führte.

Der Hafen machte auf mich in den Abendstunden zunächst einen nichtssagenden Eindruck. Erstaunlich viele Mitreisende, ca. 40 Personen - unter ihnen etwa 25 Touris, verließen das betagte Schiff. Die Vermieter von der Villa Galini, Sunset und Panorama standen am Hafen.

Auch der niegelnagelneue grosse Inselbus war zur Fährankunft erschienen, der kleinere alte Bus wird bei geringer Nachfrage benutzt. Der Bus kommt zu allen Fährankünften/-abfahrten und verlässt Chora pünktlich 45 Minuten vorher. Er fährt zusätzlich dreimal täglich zum Hafen. Preis pro Fahrt 1,20 €. Der junge Fahrer ist sehr freundlich und hat lockere Sprüche auf Lager.

Ansonsten verkehrte der Inselbus Ende September um 11 Uhr und 17:30 Uhr in Richtung Monastiraki und zu den Stränden (Preis 1,70€). Der Busfahrplan beim Supermarkt in Chora ist nicht immer aktuell, bitte am Busbahnhof am Gemüseladen nachschauen.

Das Fährticketbüro in Chora ist seit einiger Zeit geschlossen. Die Öffnungszeiten des Büros im Hafen von Agios Nikolaos sind Makulatur, denn geöffnet wird ca. 45 Minuten bevor eine Fähre einläuft oder abfährt. Aber keine Angst: bevor nicht jeder sein Ticket hat, fährt die Fähre nicht ab, denn der Besitzer ist zugleich Hafenmeister und löst das Tau der Fähre.

Ich fuhr mit dem Bus der Villa Galini hoch nach Chora. Das einfache, aber saubere Zimmer kostete 20,-€. Ich bekam das Zimmer Nr.: 6 mit eigenem Balkon und unterhalb des überdachten Pavillion. Das Zimmer war mit Fernseher, Kühlschrank, Wasserkocher, Gaskocher, Ventilator, Dusche (ohne störenden Duschvorhang) ausgestattet. Ich blieb dort 3 Nächte. Während dieser Zeit wurde das Zimmer und Bad überhaupt nicht gereinigt. Ist das so üblich dort, wenn alleinreisende Männer unterwegs sind?

Bei den Handtüchern konnte ich mich bedienen, weil für zwei Personen Handtücher vorhanden waren. Tassen, Teller und Besteck mussten vor dem ersten Gebrauch abgespült werden. Die Vermieter blieben an allen Tagen für mich unsichtbar, erst am Abend vor der Abreise sah ich sie wieder. Auf meine Frage, weshalb das Zimmer nicht gereinigt wurde, antworteten sie nur ausweichend.

Die Zimmer im Panselinos in unmittelbarer Nachbarschaft zur Villa Galini sind ähnlich ausgestattet, haben aber zum selben Preis eine Klimaanlage. Die Dusche im besichtigten Zimmer war sehr eng unmittelbar neben dem Waschbecken. Der Balkon war als Gemeinschaftsbalkon gestaltet.

Das Hotel Ta Plagia hatte die Saison schon beendet. Die Pension To Meltemi am Platz bei der Krankenstation machte auf mich einen ungepflegten Eindruck: Gemeinschaftsbalkone, Fenster und Türen wurden jahrelang nicht gestrichen.

Der Bäcker hat morgens kein frisches Brot (nur das vom Vortag). Frische Ware gibt es erst am Mittag (Thomas in Batsi auf Andros: Ich habe Dich vermisst).

Die Preise in den Tavernen sind günstig, z.B. im Liotrivi: 1/2 l Rotwein 1,50 €, Cola 1,20 €, Megalo Nero 1,- €, Mikro Nero 0,50 €, Greek-Salat 3,- €, Gyros- oder Chickenplatte mit Pita-Brot, Tomaten, Gurken, Zwiebeln für 6,- €, Frappe 1,50 €.

Ein Geldautomat ist noch nicht vorhanden. Das Postamt löst Reiseschecks (sollte man als Notgroschen immer dabei haben, denn es kann auch mal zwei oder drei Tage keine Fähre wegen Sturm einlaufen). Notüberweisung an das Postamt per Western-Union ist möglich, aber äusserst kostspielig.

Es gibt zwei Telefonzellen der OTE beim Bäcker und eine weitere an der oberen Platia bei der Krankenstation.

Einen Tag verbrachte ich mit der Wanderung zum Kloster Zoodochou-Pigi und erklomm den Gipfel des Kalamos. Das anschliessende Bad am Ormos Kalamos genoß ich in vollen Zügen.

Der folgende Tag diente der Entspannung. Ich liess die Seele baumeln und genoss das Treiben in den Gassen der Chora, die fantastischen Ausblicke auf das Meer und die reizvollen Eindrücke. Ich war fasziniert von der Insel.

Das beste Essen auf dieser Insel habe ich in der Hafentaverne To Akrogiali genossen. Bei "Muttern" in der Küche fiel für mich die Wahl aus den den drei Tagesgerichten auf Fava, miso kilo krasi, nero und Brot. Das hätte zusammen 7,50 € gekostet. Ich nahm allerdings noch einen grossen Teller Keftedes in leckerer Sosse für 6,50 € dazu.

Als ich mit dem Gedanken spielte, den letzten Bus zur Chora zu nehmen, kam K(C)aspar aus Freiburg um die Ecke. Er hatte am Tag der Ankunft brüderlich ein Amstel mit mir geteilt, bevor der Wirt für Nachschub sorgen konnte. Bei Wein und Ouzo gesellte sich noch ein Pärchen aus Würzburg hinzu und wir plauderten über Gott und die Welt. Die Müdigkeit machte sich langsam breit und wir entschlossen uns, den Wanderweg nach Chora zu nehmen.

Vier Segler, die im Hafen vor Anker lagen, schlossen sich uns an und es wurde ein munterer Marsch bei Vollmond, der nur unterbrochen wurde, um ein Geburtstagslied über Mobiltelefon anzustimmen. Ich verabschiedete mich herzlich von Casper aus Freiburg. Wir hatten fantastische Tage auf Anafi und führten sehr anregende Gespräche. Melde Dich, Casper, welche Wahl hast Du am Sonntag getroffen: War es die Romilda oder 30 Minuten später die Panagia Tinou?

Geschrieben 13.10.2007, Geändert 16.10.2007, 6279 x gelesen.

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Kommentare zu diesem Artikel

Kommentar von kokkinos vrachos vom 08.05.2015 12:01:01

jassas, auch 8 Jahre nach dem schönen Artikel von Arion (RIP Arion) ist Anafi immer noch eine ruhige Insel abseits vom Massentourismus. Es hat sich seit dem Artikel (fast) nichts gerändert.

Wer eine kleine ursprüngliche und ruhige Kykladen-Insel abseits der „Großen“ wie Paros, Naxos... sucht, ist auf Anafi richtig.

Wie schrieb mir eine Bekannte aus dem Forum „Eine Insel zum Abschalten und runterkommen.“

gruß, kv


Kommentar von wosx vom 30.08.2012 15:37:40

Die Buspreise sind angehoben, jetzt Chora - Hafen EUR 1,50 und Chora - Monastiri EUR 2,00. Der Geldautomat ging im August 2012 tadellos. Der "neue" Bus scheint eine Macke zu haben, die Türen gehen nicht richtig. Übrigens heißt das Kloster "Monastiri". "Monastiraki" ist ein Stadtteil in Athen. :)


Kommentar von henner 79 vom 13.06.2011 18:15:23

Der Geldautomat im Hafen von Ag. Nikolaos war in der Zeit meines einwöchigen Aufenthalts auf Anafi Ende Mai-Anfang Juni 2011 "out of service"..Man sollte zumindest in der Nebensaison nicht auf seine Dienste vertrauen.


Kommentar von Andriana vom 12.08.2009 23:38:35

Mittlerweile gibt es einen Geldautomaten am Hafen


Kommentar von Katerina vom 16.10.2007 16:00:03

Busbahnhof? Ein großes Wort für Anafi! ;-)