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Als Pilger auf dem Berg Athos

Von jerasimos

Ich bin schon seit sechs Jahren Pilger am heiligen Berg Athos. In diesen Jahren habe ich hier sehr viele Freunde gewonnen und sehr viele Eindrücke gesammelt. Im Kloster Chilandariou haben wir im Mai Prinz Charles getroffen, welcher im Kloster Vadopadiou übernachtet hat und auch öfter als Pilger den Berg Athos besucht. Die Zeit bei meinem Freund Pater Nikon ist immer eine Zeit der Ruhe und Stille. Er ist Ikonenmaler und es ist sehr interessant, ihm bei seiner Arbeit zu zuschauen.

Für Menschen, die sich für die Orthodoxie interessieren, und Freude an einer herrlichen Landschaft haben, ist dieser Berg Athos ein sehr lohnendes Pilgerziel. Auch die großen Kulturgüter, Pilgerwege, Klosterbauten und Fresken machen einen solchen Aufenthalt zu einem lohnenden Ziel. Eine Reise hierher sollte man aber als Pilgerreise sehen, für Fototouristen sollte auch hier in der Zukunft wenig Platz sein.

Es gibt immer Athos-Pilger, mehr als man denkt. Ich kenne Großstädter aus Athen, aus Saloniki, moderne Leute, die alle paar Jahre dort ihren Urlaub verbringen, allein, abgeschieden von der Welt, von ihrem Lebenskreis, ihren Sorgen und Aufgaben.

Athos ist kein touristischer Ort. Athos ist ein Ort für die "Eingeweihten". Wer nach Athos geht, der sucht eine Rückkehr des Geistes ins Vertraute, in die Sicherheit des Überlieferten und in den Frieden der Zeitlosigkeit. Eifernde Hysychasten, verbannte Kaiser, ehrgeizige Bischöfe, die auf den Blick über den Patriarchenthron in Konstantinopel hofften, haben von seinen Klöstern aus in die Weltgeschichte eingegriffen.

Der Athos ist zwar schwer zugänglich, wird aber Dank seiner landschaftlichen Großartigkeit und den baulichen und geistgeschichtlichen Kostbarkeiten von immer mehr Besuchern besucht. Das legendäre Kloster Agia Lavra wird zum Museum für Manuskripte eingerichtet (ein weiteres Heiligtum griechischer Vergangenheit und mittelalterlicher Frömmigkeit).

Soweit ich weiß, konnte sich niemand, der dort gewesen ist, dem Einfluss dieses einzigartigen Mönchsstaates entziehen. Der Athos, auf dem Russen, Bulgaren und Armenier ihre Klöster unterhalten, bleibt das größte Museum des Glaubens Griechenlands.

Geschrieben 04.02.2004, Geändert 04.02.2004, 5314 x gelesen.

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