Reiseziel auswählen




Reiseziel-Sponsoren Reiseziel-Sponsor werden

Der Berliner Mauerradweg

Von awo

Heute befindet sich, wo von 1961 bis 1989 die Berliner Mauer gestanden hat, der Berliner Mauerradweg. Insgesamt war die Mauer um Westberlin 160 Kilometer lang, so lang ist auch der Berliner Mauerradweg. 40 Kilometer davon verlaufen zwischen dem damaligen West- und Ostberlin, 120 weitere Kilometer zwischen dem damaligen Westberlin und der damaligen DDR (heute Bundesland Brandenburg). Im ersten Überschwang nach dem Mauerfall sollten alle Relikte der Mauer so schnell wie möglich verschwinden. Erst ganz allmählich setzte sich die Einsicht durch, dass die Erinnerung für die Nachwelt lebendig gehalten werden sollte.

Der Berliner Mauerradweg bietet dafür eine gute Gelegenheit. Die „Geschichtsmeile Berliner Mauer“ wird mit insgesamt 17 Informationstafeln im Außenbereich des Mauerwegs fortgesetzt. Mit historischen Fotos und zweisprachigen Texten (deutsch, englisch) wird der Besucher auf Orte hingewiesen, die durch ihre ehemalige Nutzung, ihre frühere bauliche Ausstattung oder durch besondere Ereignisse die unterschiedlichen Aspekte der Teilungsgeschichte exemplarisch erläutern. Die Stelen – wie auch die Schilder „Berliner Mauerweg“ – sind mit einer Höhe von 3,60 Meter genauso hoch wie einst die Mauer.

An der Berliner Mauer registrierte die West-Berliner Polizei zwischen 1961 und 1989 insgesamt 5.075 erfolgreiche Fluchten, davon 574 Fahnenfluchten. Nach aktuellen Forschungen sind mehr als 130 Todesopfer an der Berliner Mauer zu beklagen. Von den 80 nach dem Ende der DDR ermittelten und vor Gericht gestellten Todesschützen bekamen 77 eine Bewährungsstrafe.

Auf der Tafel auf meinem Foto wird an Eduard Wroblewski (1933-1966) erinnert. Er entschloss sich im Juli 1966 zur Flucht. An stillgelegten S-Bahn-Gleisen im Süden von Westberlin betrat er das Grenzgebiet. Als er sich dem Stacheldrahtzaum bis 100 Meter genähert hatte, wurde er von DDR-Grenzsoldaten entdeckt, die ihn ohne Vorwarnung unter Beschuss nahmen. Er überwand die ersten beiden Zaunreihen und brach dann im Stacheldraht zusammen. Er starb noch an Ort und Stelle.

Geschrieben 30.07.2020, Geändert 31.07.2020, 144 x gelesen.

Was möchtest du?

Kommentare zu diesem Artikel

Bisher gibt es noch keine Kommentare.