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Castel del Monte – Der Balkon Alpuliens

Von Mainzer105

Von weitem sichtbar, wie eine Mauerkrone, liegt das Castel del Monte auf einem Hügel. In der weiten Ebene Apuliens ist die Burg ein dominantes Wahrzeichen. Die Leute nennen es das "Belvedere" oder den "Balkon von Apulien". Besser geeignet ist die Bezeichnung: "Steinkrone von Apulien". Die Stauferburg wurde 1240 unter Friedrich II. als Jagdschloss erbaut. Der Grundriss der Burg ist achteckig, mit achteckigen Türmen. Die kaiserlichen Wohnungen befanden sich im Obergeschoss.

Das Licht und der Stein und ein Mythos

Der Plan für das monumentale Fort, das in seiner strengen Einfachheit wie ein unberechenbarer Block auf einem Hügel thront, soll auf Kaiser Friedrich II. selbst zurückgeht. Es drückt seine persönlichen Vorlieben für Astronomie, Geometrie und seinen Fanatismus für alle Gesetze aus. Perfekt in der Form, aber es ist nicht die Form von weltlichen Gebäuden. Das Gebäude scheint aus dem harten Licht des Südens geschnitzt zu sein. Im Lichtstrom wird die Zeit hier zum Raum. Die mathematische Strenge des Grundrisses ist außergewöhnlich. Dies ist kein reines architektonisches Prinzip, sondern eine gebaute Philosophie. Deshalb stellt das Quadrat die Welt und diese Welt dar, der Kreis die jenseitige Unendlichkeit Gottes, während das Achteck die Vermittlungsinstanz zwischen Himmel und Erde darstellt. Bestimmte Kreise sahen in Friedrich II. den Antichristen - ja, sogar den Sohn des Satans. Seine Neugierde war für diese Einschätzung verantwortlich. Dies veranlasste ihn immer wieder, über die Grenzen seiner eigenen Kultur und seines eigenen Glaubens hinauszuschauen. In zehn Jahren Bauzeit wurde ein Schloss gebaut, das den Vorstellungen des Bauherrn voll entsprach und sein Vermächtnis werden sollte.

Charme und Geheimnisse einer geheimnisvollen Burg

Egal aus welcher Richtung man auf das Fort schaut, der achteckige Körper erscheint von perfekter Symmetrie. Ähnlich wie ein geschliffener Kristall, den man immer wieder bewundernd in den Händen hält. Erst in der Bewegung offenbart sich die Form. Das Gebäude wirkt massiv und leicht, umgeben von achteckigen Türmen - in sich geschlossen und unbesiegbar. Im Osten befinden sich der Eingang, der Triumphbogen und das Domportal. Wer hier eintritt, durchquert einen Raum, um wieder nach draußen zu gehen. Im achteckigen Innenhof misst der Schatten die Zeit nach dem Sonnenuntergang. Vom Erdgeschoss aus führen Wendeltreppen in drei der acht Türme in das Obergeschoss. Die Steine von Castel del Monte sprechen von Macht und Mystik. Erstaunlich ist die Magie des Gebäudes, das mathematische Berechnung mit christlicher Symbolik verbindet. Die Zahl Acht ist nicht nur ein imperiales Symbol, sie steht auch für die Auferstehung des Menschen.

Das Castel del Monte, das die Persönlichkeit seines Schöpfers repräsentiert und kulturelle Elemente der Antike, Nordeuropas und der islamischen Welt harmonisch vereint, wurde 1996 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt.

Geschrieben 20.10.2018, Geändert 21.10.2018, 1712 x gelesen.

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