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Kutschenmuseum Belém bei Lisabon

Von Jorgos Milonas

Museum Uebersicht 1

Museum Uebersicht 1
Von Jorgos Milonas

Kutschenmuseum in Lisabon
Unweit vom Kloster Belém, zu Fuss erreichbar, bietet sich das Museum de Coches zum Besuch, wenn man das Belem-Kloster gesehen hat. Weiter stadteinwärts befinden sich viele Kaffees und Restaurants, wo man sich nach einem strengen Programm erholen kann.
In einem ziemlich unscheinbaren, niedrigen Gebäude sind im Museu nacional dos coches wahre Schätze verborgen. Das Wort verborgen ist keine Übertreibung, da man die Kutschen, wenn man von aussen von der portugiesischen Sonne geblendet hineinkommt, richtiggehend suchen muss.
Im Museum herrscht nämlich eine halbdunkle Atmosphäre. Wahrscheinlich um die Farben des Holzverzierung vor ultravioletten Strahlen zu schützen. Die Beschriftungen kann man ohne grosse Mühe erst nach einer Adaptationszeit für die Augen lesen.
Schon beim Betreten des ersten Saales ist man von der Pracht der Exponate fast erschlagen. Gross, viel grösser als man gewöhnt ist, imponieren die Kutschen mit ihren riesen Holzrädern – als fast bedrohlich könnte man sie auch empfinden. Bald bleibt nur noch eine stille Bewunderung…und man geht weiter:
Nr. 1
Kutsche des Phillipe II., spanische Arbeit, ältestes Exemplar im Museum,
hergestellt im 16. bis 17.Jh., der König hat sie 1619 während des Besuches in Portugal benutzt. Der Wagen wurde durch berittene Postillione gelenkt.
Nr. 9
Kutsche Maria I, 18.Jh., portugiesische Arbeit. Benutzt wurde sie von Maria I während der Einweihung der Basilica da Estrela in Lisabon im Jahre 1790. Das Gefährt ist ein bedeutendes Malerei- und Schnitzkunstwerk.
Nr. 15
Ein festlicher Wagen des Könighofes, 2. Hälfte 18.Jh. , französische Arbeit
im Rokokostil. Seitenwände sind mit Vierjahreszeiten-Malerei dekoriert, wie es in dieser Zeit recht oft gemacht wurde.
Nr. 19
Repräsentationskutsche des portugiesischen Königshauses, 18.Jh. Die Seitenschatullen zeigen das Wappen des Kardinals Rodrigues (1800-1869)
Nr. 25
Kutsche des Königs José I. Die königliche Macht symbolisiert ein Adler im Stil des portugiesischen Barocks aus der Werkstatt von Almeidas und Machado
Nr. 31
Maria Anna v. Oesterreich-Kutsche, eine holländische o. oesterreichische Arbeit, 1708 auf Bestellung vom Kaiser Joseph, gebaut für die Hochzeit seiner Schwester Anna mit dem portugiesischen König Joao V. Schnitzereien stellen das königliche Wappen und das Monogramm der Königin dar.
Nr. 33
Königliche Repräsentationskutsche, 18 Jh., französische Arbeit. Kutsche gehörte der Kolonne des Botschafters de Ribeira Grande an, die Joao V zu Ludwig dem XIV sandte. Der Drachen am Dach erinnerten an das Haus Bragnaca. Danach benutzte König Joao diesen Wagen.
Nr. 39
Triumphalkutsche des päpstlichen Botschafters, italienische Arbeit 1716. Marquis de Fontes nahm damit an der Reise zu Papst Clemens XI. teil. Die Verzierung stellt die Navigation und Eroberungen Portugals dar.
Nr. 44
Päpstliche Kutsche, italienische Arbeit, um 1716, zur Bestätigung von Lisabon als Krone des Kaiserreichs, als Sieger der Verteidigung des christlichen Glaubens erbaut.
Nr. 45
Kutsche für Repräsentation von Joao V, 18. Jh., portugiesische Arbeit. Verzierungen von Almeidas u. Negreiros, hintere Räder tragen 12 Sternzeichen. Später stand diese Kutsche ausländischen Besuchern zur Verfügung.
Eine einmalige Sammlung, geeignet auch für Familien mit grösseren Kindern – fotografieren mit Blitz ist verboten, darum ist es sehr schwierig wirklich schöne Aufnahmen zu machen.
Das Museum der Kutschen ist bequem mit der Strassenbahn und Zug z.B. von Cais do Sodre erreichbar. Mehr darüber ist auf: www.museudoscoches.pt
Eine weitere Attraktion befindet sich auf dem Weg nach Lisabon zurück und zwar direkt unter der gigantischen Brücke des 25. April – ein Trammuseum nämlich…
Text und Foto: Jorgos Milonas
Weitere Reise-Reportagen von Jorgos sind auf: pollak-presse.tatraportal.sk

Geschrieben 14.03.2011, Geändert 15.03.2011, 1581 x gelesen.

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