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Magdeburgische Hochzeit

Von awo

Dom

Dom
Von awo

Der Magdeburger Dom ist ein imposantes Bauwerk. Der historische Roman von Gertrud von le Fort unter dem Titel "Magdeburgische Hochzeit" erinnert daran, dass der Dom 1631, bei der nahezu vollständigen Zerstörung der Stadt im 30jährigen Krieg, fast als einziges Gebäude stehen geblieben ist.

Die Autorin, die von 1876 bis 1971 lebte, ist nicht mehr ganz zeitgemäß, aber ihr Roman ist als Insel Taschenbuch nach wie vor erhältlich. Darin kommt auch der Magdeburger Dom vor, und wer schon einmal da war, erkennt ihn wieder. Die bereits 1150 entstandene Skulptur der klugen und törichten Jungfrauen und Kaiser Otto und Editha werden erwähnt. Den Kaiser Otto, der die Stadt Jahrhunderte zuvor gegründet hatte, gibt es auch heute noch als goldenen Reiter auf dem Marktplatz in Magdeburg.

„Magdeburgisieren“ war einmal der Begriff für die totale Zerstörung einer Stadt. Das musste Magdeburg im 30jährigen Krieg nach monatelanger Belagerung durch kaiserliche Truppen unter Tilly erleben. Am Ende wurde es gestürmt und gebrandschatzt, die Frauen wurden vergewaltigt, 20.000 Menschen wurden getötet. 1938, als der Roman von Getrud von le Fort erschien, waren es erneut nur wenige Jahre bis zu einem „totalen Krieg“, in dem die Stadt wiederum weitgehend zerstört wurde. Für diese Zeit war dieser distanzierte Roman, der durchaus auch die Sinnfrage stellt, schon ein Stück Opposition. Die Sprache ist allerdings nach heutigem Geschmack ein bißchen zu pathetisch. Eine interessante Lektüre für den an der Stadt und der Geschichte Interessierten ist es trotzdem.

Geschrieben 24.07.2020, Geändert 24.07.2020, 148 x gelesen.

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