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Die Klöster Agios Dioysios

Von Olympbewohner

Mal wieder ein Kapitel aus dem Olymp Reiseführer vor. Das Thema heute: die Klöster Agios Dionysios.

Hier noch eine wichtige Information: Eingebettet in das Buch findet ihr eine Navigationsfunktion. Ihr werdet so sicher bis zum Parkplatz jeder, auch noch so versteckter, Sehenswürdigkeit geleitet!

Wer möchte kann sich den Reiseführer hier kostenlos herunterladen: bit.ly/Olympos-20

Es existieren zwei Klöster desselben Namens.
Das ältere der beiden liegt an der Enipeas-Schlucht in 850 m Höhe. Das neuere Kloster befindet sich rund zwei km oberhalb von Litochoro. Beide Klöster sind mit dem Auto zu erreichen.
Der Name lautete ursprünglich Agia Triada, Heilige Dreifaltigkeit. Im Laufe der Zeit hat sich jedoch der Name seines Gründers, des heiligen Dionysios, durchgesetzt. Das neue Kloster wurde direkt nach ihm benannt.

Im Jahr 1542 wurde es gegründet und der Heiligen Dreifaltigkeit gewidmet. Von starken Mauern umgeben und von einem Wachturm überragt, ähnelt es einer kleinen Festung. Während verschiedener Konflikte diente es als Zufluchtsort für Zivilisten, aber auch für kämpfende Truppen. Heute erblickt der Besucher von außen eine Ruine. In seiner Geschichte wurde das Kloster mehrmals zerstört und wieder aufgebaut. 1821 ließ Veli Pascha es niederbrennen. Den letzten destruktiven Schlag aber versetzte ihm die deutsche Wehrmacht im April 1943. Da sich griechische Freiheitskämpfer im Klosterbereich zurückgezogen haben sollen, wurde es zunächst bombardiert und später gesprengt.

Geschichte

Die Mönche verließen das zerstörte Kloster und bezogen das Metochi, den Gutshof, nahe Litochoro. Das Metochi wurde 1650 gegründet und bestand neben den Ländereien lediglich aus einer Kirche, den Wirtschaftsgebäuden und einem weiteren Gebäude. In diesem wohnten die Mönche, die sich um den Betrieb des Hofes kümmerten. Das Gut wurde nach dem Zweiten Weltkrieg sukzessive zu einem Kloster erweitert. Der ältere Teil des neuen Klosters ist mit einer schweren Eisentür versehen und so von der restlichen Anlage getrennt. Der Zugang zu diesem Bereich, Abaton genannt, ist nur Männern gestattet. Hier befinden sich die alte Kirche, die Zellen der Mönche, das Refektorium und das Verwaltungsgebäude. Etwas außerhalb liegen die Ställe, Werkstätten und die Käserei. Alle andere Gebäude, außerhalb des Abatons, wie die neue Kirche oder das Museum, wurden nach 1985 errichtet.

Die Kirche

Sie wurde im klassischen orthodoxen Stil erbaut. Ein Bild des Heiligen Dionysios ziert den Eingang. Im Inneren gibt es neben der üblichen prunkvollen Ausstattung eines Katholikons einige Besonderheiten. Auffällig ist, dass viele Stühle, Stehpulte und andere Gegenstände mit Intarsien verziert sind. Die Einlagen bestehen aus Elfenbein oder Perlmuttplättchen. Ehemalige Geschosshülsen werden als Blumenvasen genutzt. Ein Künstler hat aus dem Metall in Relieftechnik kirchliche Motive herausgearbeitet. Auf einem kleinen Tisch steht eine Ikone, mit einer Abbildung der Auferstehung Jesus Christus, daneben ein Körbchen mit Zetteln und Kugelschreibern. Gläubige, die eine Bitte an den Heiligen richten wollen, können sie hier zu Papier bringen.

Das Museum

Es befindet sich im Westen der Anlage. In unruhigen Zeiten, von denen das alte Kloster ja einige erlebte, haben beherzte Mönche den Klosterschatz in geheimen Gewölben versteckt. Einige der geretteten Schätze werden im Museum ausgestellt.
Das Fotografieren im Museum ist verboten.

Eine Auswahl der geretteten Exponate:
• Drei silberne Schädel, in die Knochenstücke von Heiligen eingearbeitet wurden, werden zusammen mit
anderen Reliquien ausgestellt.
• Schriftstücke, unter anderem die Urkunde aus dem Jahr 949 des islamischen Kalenders (1542 n. Chr.),
in der die osmanischen Besatzer die Reparatur (tatsächlich wohl eher die Gründung) eines Klosters auf
dem Olymp erlauben
• Durch eine Lupe kann man feinste Holzschnitzereien innerhalb eines metallenen Kreuzes bewundern.
• Ein mit Goldfäden gesticktes Epithaph, das in den Jahren 1578/79 von Arsenius, einem Mönch der
Meteoraklöster, angefertigt wurde
• Einige der geretteten Ikonen
• Mit Intarsien versehene Stehpulte und vieles mehr

Recht unscheinbar, aber doch bedeutsam, hängen einige gerahmte Schwarzweiß-Fotografien in der Nähe des Eingangs. Sie zeigen das alte Kloster unmittelbar vor seiner Zerstörung. Ein Soldat der Wehrmacht hatte damals heimlich fotografiert und die Bilder vor einigen Jahren dem Kloster zugeschickt.

Die Kapelle des heiligen Dionysios

Zwanzig Gehminuten vom alten Kloster entfernt befindet sich die Kapelle des Heiligen Dionysios. Der Pfad beginnt am unteren (südöstlichen) Ende des Parkplatzes. Die Kapelle liegt am Enipeas Fluss, der Weg ist markiert. Unterwegs überqueren Sie den Fluss über eine Holzbrücke. Wenn Sie Glück haben, können Sie im klaren Wasser Forellen beobachten. Wer von Litochoro aus über den Fernwanderweg E4 nach Prionia aufsteigt, kommt zwangsläufig an der Kapelle vorbei. Sie ist unter einem überhängenden Felsen, direkt über einer Quelle gebaut. Sie besteht aus einem kleinen Andachtsraum, in dem der Heilige während seiner Zeit als Eremit die heilige Liturgie zelebrierte. Ein niedriger Verschlag diente ihm als Schlafplatz.

Geschrieben 31.01.2021, Geändert 01.02.2021, 185 x gelesen.

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