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Die Kirchen von Rostock

Von awo

Der historische Stadtkern der alten Hansestadt Rostock liegt fast 20 Kilometer vom Meer entfernt. Früher von einer Stadtmauer umgeben, von der heute noch Reste erhalten sind, ist er sehr kompakt und zu Fuss erlebbar. Er wird von drei großen Kirchen im Stil der Backsteingotik dominiert, der Marienkirche, der Petrikirche und der Nikolaikirche. Die vierte große Innenstadkirche, die Jacobikirche, existiert heute nicht mehr. Nach schweren Kriegszerstörungen wurden ihre Reste in den Jahren 1957 bis 1960 gesprengt und abgerissen.

Touristisch am interessantesten ist sicherlich die Marienkirche, weil sie in ihrem Inneren die meisten "Attraktionen" bietet (wenn man das bei einer Kirche so sagen kann). Zu nennen ist beispielsweise die astronomische Uhr. Bei der Kirche handelt es sich um eine Kreuzformbasilika, deren Längs- und Querschiff etwa gleich lang sind. Die lichte Höhe im Inneren beläuft sich auf beeindruckende 33 Meter. Der 82 Meter hohe Turm wurde erst 1796/97 fertig gestellt, das sind rund 350 Jahre später als die Kirchenschiffe.

Ebenfalls sehenswert ist die Petrikirche. Die Turmspitze wirkt fast überdimensioniert, so lang zieht sie sich in die Höhe. Die Petrikirche wurde als erste der großen Rostocker Kirchen auf der Anhöhe an der Warnow, wo früher die Burg Roztoc stand, errichtet. Ihr Bautyp ist der einer dreischiffigen gotischen Basilika. Ihr hoher Turm, der schon vom Meer aus zu sehen sein sollte, wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört. Nach der friedlichen Revolution 1989 war es ein wichtiges Projekt, die gewaltige Turmspitze neu aufzubauen. Bereits am 13.11.1994 war dieses Werk vollendet. Für den Tourismus ist interessant, dass man mit dem Fahrstuhl hoch fahren kann und einen weiten Ausblick genießen kann. Der Turm ist mit einer Höhe von 117 Metern auch heute das höchste Gebäude der Rostocker Altstadt.

Von da oben schweift der Blick auch zur Nikolaikirche, die wirklich nicht weit entfernt ist. Mit ihrem Bau wurde 1230 auf damals wendischen (=slawischen) Gebiet begonnen. Heute fällt bei diesem Kirchenbau - einer der größten Hallenkirchen des Ostseeraumes! - ins Auge, dass unter dem Kirchendach offensichtlich Wohnungen und auf dem Dach eine große Photovoltaikanlage errichtet worden sind. Dies hat bereits in den 1980er Jahren in der damaligen DDR seinen Anfang genommen. Es sollen 22 Apartements für Kirchenmitarbeiter sowie Gästeräume unter dem Kirchendach eingebaut worden sein, im Kirchturm sind außerdem Verwaltungsräume der Kirchenverwaltung und ein Veranstaltungsraum untergebracht, während das Kirchenschiff inzwischen als Konzert- und Theatersaal ausgebaut worden ist.

Man mag erstaunt sein, wie sehr eine im Osten liegende Stadt von Kirchen geprägt ist. Hier wirkte übrigens auch der heutige deutsche Bundespräsident Joachim Gauck in seiner Zeit als Theologe. In seiner Vita steht, dass er zwischen 1982 und 1990 die Kirchentagsarbeit in Mecklenburg leitete. Das war natürlich nur in einer gewissen Opposition zur damaligen DDR möglich. Auch 1989 trat Gauck in Erscheinung, wie man auf einem Foto von einem Fürbittegottesdienst aus dieser Zeit in der Marienkirche sehen kann.

Geschrieben 06.05.2015, Geändert 07.05.2015, 660 x gelesen.

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