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Reisebericht von Samos im Mai/ Juni 2009

Von Joerg SH

Am 25. Mai um 03.00 h fuhren meine Frau und ich von Stormarn aus ca. 50 km zum Flughafen nach Hamburg. Unser Flugzeug startete dort pünktlich um 06.00 h nach SMI. Zur meiner absoluten Freude verkündete der Pilot, daß aus den angedachten 3:10 Std. Flugdauer nun 2:40 Std. würden. Mein Tag und nun das noch, herrlich! Aber es sollte sich noch als piepegal herausstellen.....

Wir hatten einen angenehmen Flug leider mit kaum Sicht nach unten. Selbst Nordgriechenland war nicht auszumachen. Über dem Wasser wurde es wieder gut sichtbar. Limnos, Lesbos und ach du Schreck Zakynthos! Das jedenfalls behauptete mein dauerschwätzender Vordermann gegenüber seiner Begleiterin. Man was für ne Blase dachte ich. Meine Frau blickte mich an und es folgte ein „Jorgo, sag jetzt nichts“ . Gut, dann eben nicht und dieses Zakynthos war natürlich Chios. Karlovassi kam in Sichtweite und der Pilot steuerte die Maschine über Wasser rechts am Kerkis vorbei. Drakai, Ag. Isidoros und Kalithea waren sehr gut zu erkennen. Noch nie hatte ich vorher so einen Anflug auf Samos miterlebt, denn der Flug ging weiter bis in etwa nach Limnionas um dann die obligatorische Schleife einzuleiten, die dann über die kleine Insel Petra nach Mili und im weiteren Verlauf zur absoluten Entzückung meiner Frau, mit einer sanften Landung auf der Rollbahn endete.

Dort angekommen befand sich bereits ein gerade gelandetes Flugzeug vor dem Terminal. Dann folgten noch zwei Flieger und beim Aussteigen meinte ich schon viereckige Augen beim Entladepersonal ausgemacht zu haben. Das eine Rollband mit der Maschine aus Heraklion! bewegte sich. Die anderen Maschinen wurden am zweiten Rollband allesamt angezeigt. Das bewegte sich nun überhaupt nicht und ein Massenauflauf verharrte und verharrte dort eine Ewigkeit. Bis wir dann so nach und nach feststellten, daß beim Heraklionband Koffer an Koffer rauskamen aber keine Passagiere zu sehen waren. Ja, super wir sind in Griechenland angekommen. Man war das dort ein durcheinander. Der Zeitvorsprung war weg und mir fielen dann auch die wichtigen Worte wieder ein „SIGA SIGA“.

In Ireon angekommen begaben wir uns sogleich zu unserem Hotel Venetia-Ireon.
Für Interessierte die z. Zt. aktuelle Mailadresse ( info@venetia-samos.com ). Nach dem wie gewohnt freundlichen Empfang und einer Erfrischung bezogen wir das Zimmer. Wir sind sofort durch den Ort und haben festgestellt, daß es kaum Veränderungen gab. Herrlich ich mag das so sehr. Hier und dort hallo gesagt, um dann im weiteren Verlauf in die dann noch sehr erfrischende Ägäis einzutauchen. Am Abend trafen wir dann auf der Platia Anja vom Bodensee mit Sohn.

Am zweiten Urlaubstag hatten wir uns ein Auto reserviert. Um 09.00h war der Treffpunkt im Hotel ausgemacht. Ich persönlich hasse Verspätungen. Peinlich wird es aber erst, wenn man selbst zu spät erscheint. Ich hätte es besser wissen müssen, denn der Autovermieter meines Vertrauens, YES, men in green, Sandy war bereits fünf Minuten vor dem Termin an Ort und Stelle. Immer diese schnellen und tieffliegenden Holländer!

Wir hatten für 4 Tage das Auto und haben die Insel in die 4 Himmelsrichtungen aufgeteilt und uns auf den Weg gemacht. Zuerst nach Norden. Der Weg führte uns zuerst einmal zum Tierheim . Joeri und die Helfer waren schon zugegen. Ich war nun vor zwei Jahren zuletzt vor Ort und bin sehr angetan von der Arbeit, die dort den Tieren zugedacht wird. Neben der Fütterung und Reinigung der Boxen und Gehege kommt auch das Toben mit den Hunden nicht zu kurz. Und wenn es dann irgendwoher klopft und hämmert, dann sind Tom & Ingrid aus Holland auch nicht fern. Und so war es auch. Unsere Touren führten uns auch in die Bergdörfer der Nordküste. Der Appetit stellte sich ein und führte uns zu Pera Vrisi nach Vourliotes. Die Vorspeisenplatte und extra Knobibrot, sowie die Karaffe Wasser direkt aus dem Brunnen und ja, ja es ist wahr. Wir sind richtig hier.

An einem anderen Tag nahmen wir uns dann noch einmal Karlovassi vor. Der Weg führte uns auch nach Agios Konstantinos. Ich habe dieses Dorf wirklich lange verkannt. Es ist absolut schön und einen Besuch, wenn nicht sogar einen ganzen Urlaub wert. Zum Essen sind wir dann wie gehabt zur Taverna Agrogiali gefahren. Stavros hat uns sogleich freudig begrüßt und wir haben bei ihm die „Pötte“ in der Küche inspizieren dürfen. An der Nordküste finden derzeit Straßenbauarbeiten statt, die sich aber kaum störend auf den Verkehrsfluss auswirkten.

So vergingen die vier Autotage wie im Flug. Unser Mietwagen bereitete uns Freude, denn keine Steigung war ihm zu steil. Wir hatte vor Fahrtantritt auch noch einmal die Samos Road Edition erworben, die sehr aussagekräftig ist. Die „Agrarwege“ haben wir nicht befahren, denn dafür hätten wir schon den Jeep bestellen müssen. Alles in Allem waren wir rundum zufrieden und hatten schöne Tage. Ca. 350 Bilder haben wir geschossen. Brunnen, Waschhäuser, Blumen, Gassen und einstürzende Altbauten sowie Stilleben waren die Motive. Samos-Vathy haben wir dann zweimal separat mit dem Bus besucht. War auch besser so, denn hier sind größere Straßenbauvorhaben im Gange. Außerdem wird eine Umgehung nach Kalami gebaut. Mein Tip hier ist unbedingt den Linienbus für den Besuch in Vathy zu nehmen. Auf den vielen Fahrten quer über die Insel kamen wir immer wieder durch Koumaradei. Gefühlte 743 mal bin ich dort in den Jahren hindurchgefahren, ohne das ich einmal halt in Koumaradei gemacht hätte. Das war nun vorbei und ich war sehr erstaunt, was ich so die Jahre über ignoriert hatte.

In Ireon haben wir uns dann gerne in der Anemos Bar blicken lassen. Schnell haben wir bemerkt, daß der Dimitri das hat, was andere auch sehr gerne hätten. Egal wie voll es bei ihm war ( rappelvoll jeden Tag ), hat er ein freundliches Wort auf den Lippen. Er hält ständig Augenkontakt zu seinen Gästen und ist ein sehr angenehmer Mensch. Dort trafen wir dann auch u.a. auf Ulrike und Jannis, die am Ortsende die Pension-Ermioni betreiben. Eine Nichtraucher-Pension, was auch für den Außenbereich gilt. Im Hause selbst wird auch Bio-Olivenöl und Eingemachtes verkauft. Einen Liter dieses köstlichen Öls nennen wir nun unser Eigen. Wir hatten viel Spaß zusammen und denken gerne an die schönen Abende zurück.

Ireon, wie auch die restliche Insel war nur schwach besucht. In den Tavernen erhielten wir zwar die Speisekarte, doch es war nicht alles zu bekommen. Saisonstart und es wird sich eben nicht sinnlos bevorratet. Wir haben drei Tavernen getestet. Die Taverne Markos/Spiti in der ersten Reihe. Markos, wie immer freundlich und aufmerksam. Das Essen war gut. In der zweiten Reihe war es das Venetia. Ich war in der Vergangenheit nicht immer glücklich mit den Gaumenfreuden dort, doch habe ich auch dieses Jahr dort traditionell gegessen. Ich war sehr angenehm überrascht. Es waren Meisterleistungen der griechischen Küche zu erhalten. Mein Tip hier die Hauptgerichte. Bei mir u.a. Moussaka, Stivado und Giouvetsi. In der dritten Reihe kamen wir dann nicht am Agkira vorbei. Hier empfehle ich die Vorspeisenkarte zum Hauptgang zu machen. Von oben nach unten und von links nach rechts. Es ist ein Hochgenuss. Kommen wir zum Getränk, dem Wein. Maria und Manolis schenken dort u.a. offenen Wein aus. Einen Rosè.......... mir fehlen da die Worte. Der Weinkenner würde etwas vom „im Abgang...“ berichten, wobei der Abgang hier auch zum Tragen kommt. Ich beschreibe diesen Wein so „ Kann das angehen, gibt es so etwas wirklich? Traumhaft! Ein unbedingtes Muß für den Weintrinker. Wir gingen dann wieder zu Markos, doch sein und unser Pech war, daß an dem Tag auf Teufel komm raus geraucht wurde und es bestialisch gestunken hat. In den anderen Tavernen gibt es auch diese höchst „rücksichtsvollen“ Menschen, doch wenn man sich geschickt setzt, kann man den Schadstoffemissionen ausweichen. So waren dann das Venetia und das Agkira unsere Tavernen für den gesamten Urlaub.

Als wir dann wie jeden Abend bei Dimitri in der Anemos Bar saßen kam Sandy über die Platia spaziert. Er erkannte uns wieder und wir sprachen noch lange miteinander. Ob uns alles Gefallen hätte usw. Wir sagten ihm, daß wir nicht alles im Schnelldurchgang erledigt hätten, sondern gezielt und ausführlich unsere Ziele gewählt hatten. Sandy machte uns dann noch ein dermaßen gutes Angebot, daß wir nicht ablehnen konnten und 2 weitere Tage eine kleine „ Bergziege“ erhielten, mit der wir dann den Rest noch einmal abgefahren sind.

Fazit: Ein gelungener Urlaub mit Kurzweil. Viele nette Menschen kennen gelernt oder wieder gesehen. Das Klima war bestens, wobei mir die erste Woche noch besser gefallen hat als die zweite, da zu Pfingsten hin das Quecksilber deutlich über 30° C. stieg und es manchmal mir einfach zu heiß war. Die Insel war sehr grün und die Bäche führten allesamt noch Wasser. Es sind nicht gerade viele Urlauber auf der Insel und ich hoffe für alle Insulaner, daß sich dieser Zustand schnell ändert. Im übrigen waren es immer dieselben, die gut oder wenigstens mäßig zu tun hatten. Ob nun Dora, die immer noch Anlaufstation für eine noch so ungewöhnliche Sache ist oder eben ein Fahrzeugvermieter, ein Barbetreiber, der Tavernenbesitzer oder der Hotelier. Einige haben sicherlich Pech bisher gehabt, andere sollten sich möglicherweise ihr Konzept neu überdenken.

Ich bedanke mich bei allen Samosfreunden, die bis zum Ende gelesen haben. Auf Eure Berichte freue ich mich sehr.

Geschrieben 17.06.2009, Geändert 17.06.2009, 5493 x gelesen.

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Kommentare zu diesem Artikel

Kommentar von Joerg SH vom 28.10.2014 16:42:41

Die Liebe Heli gibt es hier gar nicht.
Geschrieben hat das der Liebe Jörg :-)

LG
Jörg


Kommentar von Aisch vom 28.10.2014 10:52:50

Liebe Heli vielen Dank für diesen tollen Bericht ist wirklich so, war jetzt Ende Sept in Kokkari, übrigens auch in Koumaradei ( wo es auch die Erdbeerplantagen gibt). Von dort habe ich einen Ton Halb-Mond mitgenommen den ich sehr liebe weil er Handgemacht ist. Dieses Dorf ist wirklich wunderschön und man ja auch ganz schnell durchgefahren ist und am sogenannten Dorfplatz (klein) vorbei ist, habe dort übrigens einen ganz leckeren Griechischen Salat verkostet in dieser herrlichen Umgebung und diese Luft da schmeckt einfach alles besser !!!!!!!!!!! Lieben Gruß und weiter So ::))))