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Mit dem Glacier- und Bernina Express unterwegs

Von strolchi

Eine Rundreise mit Bus und Bahnen durch 12 Kantone der Schweiz, begonnen im südbadischen Freiburg im Breisgau. Am frühen Morgen begann unsere Reise in Freiburg mit dem Bus durch die Kantone Basel Stadt, Basel Land, Bern, Solothurn, Fribourg, Vaud ins Wallis und dort ins Bergdorf Täsch (1438 m). Die letzte Station für den Autofahrer, bevor er sich mit der Bahn Richtung Zermatt (1605 m) auf den Weg machen kann.

Den Nachmittag haben wir in einem Zermatt verbracht, das sich mit dem aus den 1980/90er Jahren fast nicht mehr vergleichen lässt. Von der ursprünglichen, wenn auch mondänen Walliser Bergdorf-Romantik ist heute nicht viel mehr übrig geblieben. Das was Zermatt einmal ausgemacht hat, musste modernen Bauten weichen, die überall wie Pilze aus dem Boden gestampft werden. Einen kleinen Teil dieser Romantik kann man noch finden, sofern man nicht dem üppigen Tourismusangebot erlegen und dort überhaupt nicht hingekommen ist.

Die erste Übernachtung hatten wir in Grächen (1617 m), urig und der Walliser Tradition noch verbunden. Am nächsten Morgen brachte uns der Bus wieder hinunter ins Rhonetal nach Brig (650 m) zum Ausgangspunkt unserer ersten Bahnetappe mit dem Glacier Express nach Chur im Kanton Graubünden. Beeindruckt von unzähligen landschaftlichen Höhepunkten vorbei an Andermatt (Kanton Uri) hinauf zum Oberalppass (2033 m) mit seinen Bergseen und den Blick auf die Walliser 4000er. Ein einmaliges Reiseerlebnis mit dem langsamsten Schnellzug der Welt. Das Fahrerlebnis in den Panoramawagen, der Aufenthalt im Speisewagen, dem "Gourmino", während die herrliche Landschaft langsam vorbeizieht, ist einmalig und ein "Augenschmaus".

Die zweite Übernachtung war in Davos vorgesehen, von wo wir am nächsten Morgen mit dem Bernina Express die Fahrt fortsetzten. Die ersten Sonnenstrahlen bahnen sich ihren Weg durch die von Gewitterwolken verhangene Bergwelt um Davos. Das Wetter sollte sich aber noch zu unserer Überraschung zum Guten wenden. Das berühmte 120 m lange Landwasserviadukt haben wir hinter uns gelassen und durch viele Serpentinen und den fünf Kehrtunnel erreichen wir über Bergün (1372), Preda (1788) und durch den Albulatunnel gelangen wir auf 1823 m ins Engadin. So schraubt sich der Zug immer höher bis zum ewigen Eis der Gletscher auf der Berninapasshöhe. Diese Alpenüberquerung mit dem Bernina Express, der roten Bahn, ist eine der schönsten Eisenbahnstrecken der Welt. Der Zug bewältigt Steigungen bis zu 70 Promille und gehört damit zu einer der steilsten Bahnstrecken (ohne Zahnradantrieb) der Welt. Der höchste Punkt ist mit dem Erreichen des Ospizio Bernina auf 2253 m geschafft.

Der Piz Palü (3905 m) und der Piz Bernina (4049 m) liegen zum Greifen nahe, majestätisch, schön und überwältigend. Das Landschaftsbild wird vom Lago Bianco geprägt und die smaragdgrün schimmernden Gletscherseen beim Aussichtspunkt Alb Grüm verwandeln diese Bergwelt in ein unvergleichlich schönes Panorama.

Über 1200 Meter Höhenunterschied hinunter nach Poschiavo und rund um den berühmten Kreisviadukt von Brusio erreichen wir das italienische Tirano. Die italienischen Grenzbeamten nehmen es hier mit der Pass- oder Ausweiskontrolle sehr genau!! Durch die Rebberge des Veltlins über Sondrio entlang am Lago di Como, durch Orte wie Gravedona und Menaggio, gelangten wir nach Lugano ins Tessin, unserem 3. Übernachtungsziel. Der Vormittag in Lugano und die Heimfahrt über den St. Gotthard-Pass, zurück durch die Kantone Unterwalden und Luzern rundeten das, wenn auch schon oft gesehen, wunderbar ab. Die Reise mit den beiden Zügen war zu einem Erlebnis der besonderen Art geworden.

Egal in welcher Variante man diese Reise unternimmt, sie ist einfach empfehlenswert.

Geschrieben 27.04.2008, Geändert 28.04.2008, 720 x gelesen.

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