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Schlemmertour auf Thassos

Von bille

Hier meine Geschichte, die sich so zugetragen hat beim viel besagten Stelios auf Thassos im schönen Örtchen Theologos im Juni 2005:

Wir vier (2 Männer und 2 Frauen) hatten sich 2 Mopeds für den Tag gemietet und unser Ziel sollte unter Anderem sein, in Theologos ein uns zuvor vielmals angepriesenes Zicklein (oder auch nur einen Teil davon) zu verschlingen.

So fuhren wir gegen Mittag (als sich der große Regen gelegt hatte) nach Theologos und landeten (hungrig wie wir waren) in einer Taverne (deren Namen ich nicht mehr weiß) und wollten unser Zicklein ordern. Leider teilte man uns mit, dass es Zicklein nur am Wochenende gäbe und weil unser Hunger so groß war, beschlossen wir erst mal ein paar Vorspeisen zu verschlingen und dann weiter zu sehen.

Und wie es einem oft ergeht, waren die Augen vorher größer als der Hunger und wir verließen pappsatt die Lokalität. Nun hatten wir ein Problem, eigentlich waren wir satt aber wollten ja auch unbedingt noch ein Zicklein verschlingen; hatten wir doch noch nie ein Solches probiert und wer weiß, wann sich einem eine solche Gelegenheit noch mal bietet.

Wir gingen also an der Straße in Theologos entlang und sahen beim Stelios ein Schild von welchem uns das gewünschte Objekt anblickte. Also ging ich in die Taverne, um zu Fragen, ob wir hier vielleicht am Abend ein Zicklein bekommen könnten? Der gut aufgelegte Wirt (Stelios) zeigte zugleich auf 3 knusprig gebratene Fleischstücke, welche er gerade auf dem Grill zubereitete. Als ich ihm mitteilte, dass wir gerade erst gegessen hätten und dann heute Abend noch mal wieder kämen, hatte ich ganz schnell ein mega-großes Glas voller Ouzo vor mir stehen (und das am helllichten Tag).

Ich musste lachen und wollte nicht unhöflich erscheinen, also rief ich meine Freunde, damit sie mir dabei helfen sollten und sogleich wurden uns drei weitere gut gefüllte Gläser und ein Teller mit gemischten Vorspeisen gereicht. Stelios meinte: „So you don’t forget me!“. Nun waren wir arg in der Zwickmühle, wollten doch die Männer den Tag noch die teuer bezahlten Mopeds ausführen, und dass ist wohl besser unalkoholisiert möglich; andererseits wollten wir unseren gastfreundlichen Wirt nicht kränken.

Wir vernichteten also (so gut es ging) das uns Dargereichte und verabschiedeten uns bis zum Abend. Als der Tag zur Neige ging und wir schon wieder Hunger verspürten (unglaublich, dass man in Griechenland immer so hungrig sein muss), kehrten wir zurück zum Stelios. Die Fülle von Speisen, welche uns hier aufgetischt wurde, braucht man wohl kaum zu erwähnen, nur eines noch kurz:

Ich verspeiste meinen leckeren gut gewürzten Zaziki und stellte fest: „Man, ist der scharf.“ Worauf meine Freundin meinte: „Quatsch, der ist total lasch!“ Hier stimmt doch was nicht, einer von uns beiden musste seine Geschmacksnerven verloren haben. Nach gegenseitigem Testen, stellten wir fest, dass mein Zaziki tatsächlich wesentlich schärfer (und besser) war als der meiner Freundin. Daraufhin sagte Sie zu der weiblichen Bedienung (Stelios’ Frau?), sie hätte auch gerne so einen scharfen Zaziki wie ich. Diese meinte, dass könne gar nicht sein, der Zaziki stamme aus der selben Schüssel.

Jedoch kurze Zeit später brachte sie uns eine ganze Porzellanschüssel gefüllt mit Zaziki, welcher über und über mit frisch gepresstem Knobi bedeckt war (siehe Foto à). Wir sollten ihn uns doch bitte selbst anrühren. Unglaublich.

Dass wir uns kaum noch bewegen konnten, als wir das Lokal verlassen haben, brauche ich wohl nicht zu erwähnen, ganz zu schweigen von der Mega-Knobi-Fahne, welche vor uns her schwebte. Und dass wir, sollten wir noch mal nach Thassos zurückkehren (was gar nicht mal so abwegig ist), auf jeden Fall wieder zum Stelios gehen würden, wohl auch nicht.

Wir sind uns jedenfalls einstimmig sicher: Von einer solchen Gastfreundlichkeit könnte sich so mancher Wirt in Deutschland ein Scheibchen abschneiden!

Geschrieben 21.01.2008, Geändert 21.01.2008, 2257 x gelesen.

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