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Spaziergang an der westlichen Stadtmauer

Von awo

Die westliche Stadtmauer wird im Unterschied zu dem östlichen Abschnitt zwischen der Akropolis und dem Weißen Turm in Reiseführern selten beschrieben. Aber auch ein Spaziergang an der westlichen Stadtmauer ist interessant und soll hier im folgenden beschrieben werden.

Der Spaziergang beginnt am Hafengelände oder dem Ladadika-Viertel. Man geht von hier auf einer der großen Straßen nach Westen (entweder auf der Odos Tsimiski, sie heißt weiter nach WestenOdos Polytechniou, oder auf der Odos Kountouriotou). Beide Straßen laufen spitz zusammen. In diesem Bereich sind auf der Nordseite alte Gemäuer und ein alter Turm nicht zu übersehen. Es handelt sich um die Überreste des Vadari-Forts.

Das Fort ist 1546 unter Sultan Süleyman den Prächtigen errichtet worden, stammt also aus türkischer Zeit. Es hatte die Aufgabe, die westliche Flanke des Hafens zu schützen. Vor der Errichtung des Forts erstreckte sich das Hafenbecken, das in der Zeit von Konstantin den Großen (322/23) angelegt worden war, genau hier bis zur Odos Frankon.

Das von den Türken errichtete Fort wurde später noch einmal modernisiert. 1741 wurde der südliche Teil der Mauer nach innen auf 18 Meter verbreitert. Dadurch entstand ein Damm, auf dem drei Pulvermagazine errichtet wurden.

Wenn man sich von hier nach Norden (landeinwärts) wendet, kommt man durch ein Tor in eine ruhige Grünanlage (links liegt ein Parkplatz), eine stille Oase im lebhaften Verkehr der Stadt. Aber bereits nach ca. 200 Metern stößt man am Platz der Demokratie auf die große Verkehrsachse der Odos Egnatia (nach Westen heißt sie Odos Monastiriou). Da ist es mit der Ruhe wieder vorbei.

An dieser Stelle befand sich früher das Haupttor der Stadt nach Westen, das Goldene Tor. Die Hauptverehrsader des alten Thessaloniki, in der Römerzeit Via regia oder Byzantine Leophoros genannt, verlief unterhalb des Straßenniveaus der heutigen Odos Egnatia.

Die Stadtmauer, an der wir entlang gekommen sind und die am Platz der Demkratie zwar unterbrochen wird, sich auf der anderen Seite aber fortsetzt, stammt aus der frühen christlichen oder byzantinischen Zeit. Man kann ihr auf der Odos Irinis nach Norden weiter folgen. Man kann auf dieser Straße bleiben und läuft dann links von der Mauer immer bergauf. Die nächste große Querstraße ist nach ca. 300 Metern die Odos Agiou Dimitriou. Hier lag früher das Lytaia Tor.

Man hätte allerdings ab der Odos P. Karatza auf rechten Seite der Mauer (also gewissermaßen der Rückseite) entlanggehen können. In der Nähe befindet sich die Kirche der Heiligen Apostel, die ebenfalls Bestandteil des Unesco-Weltkulturerbes ist. Die Kirche, früher Katholikon eines Klosters, leitet ihren heutigen Namen von der volkstümlichen Annahme ab, dass ihre zwölf Kuppeln die zwölf Apostel symbolisierten. Wahrscheinlich aber war sie der Gottesmutter geweiht.

Das Kloster ist zwischen 1310 und 1314 vom Patriarchen Niphon I gestiftet worden. Zwischen 1520 und 1530 ist die Kirche von Cezeri Kasim Pascha in eine Moschee umgewandelt und auch nach ihm benannt worden. Sie war aber auch bekannt als Soguk Su Moschee (Kaltwasser Moschee) wegen des kalten Wassers in der angrenzenden Wasserzisterne.

Wenn man will, kann man der Stadtmauer auch jenseits der Odos Agiou Dimitriou zu Fuss weiter folgen. Teilweise besteht zwischen den modernen Häusern und der alten Mauer nur ein enger Abstand. Die Mauer macht dann einen großen Bogen nach Osten.

Geschrieben 05.03.2016, Geändert 06.03.2016, 1325 x gelesen.

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